Life Happens – Ein Schritt nach dem anderen
Wie ich meine Frau an Alzheimer verlor, mit Anfang 40 Witwer wurde und weitermachte.
Leseprobe lesenAuf einen Blick
Ein kurzer, sehr persönlicher Erfahrungsbericht über ein Jahr, in dem ich vier Menschen verloren habe – darunter meine Frau Sabrina, die mit Anfang 40 an erblich bedingtem Alzheimer starb. Kein Ratgeber, keine fertigen Antworten. Nur der eine Satz, der getragen hat: ein Schritt nach dem anderen.
- Etwa eine Stunde Lesezeit – bewusst kurz gehalten
- Für Angehörige von Demenzkranken, besonders bei früh einsetzender Demenz
- Für alle, die jemanden verloren haben und nicht wissen, wie es weitergeht
- Nur als E-Book erhältlich

Worum es geht
Ende 2024 starb mein Onkel. Im Juni 2025 mein Vater. Am 4. August meine Frau Sabrina. Am 5. September meine Oma. Vier Menschen in einem Jahr.
Sabrina war noch keine 40, als die Diagnose kam: erblich bedingtes Alzheimer. Was danach passierte, ging schnell – zu schnell. Dieses Buch erzählt, wie wir dahin gekommen sind, wie das letzte gemeinsame Jahr aussah und was danach übrig blieb.
Es erzählt aber auch von einem Kind, das mit acht Jahren einen C64 unter dem Weihnachtsbaum fand und darüber zu dem wurde, was es heute ist. Von einem Haus, das zu schlau für seine Elektriker war. Von Wacken. Und davon, warum Arbeit manchmal das Einzige ist, was einen morgens aus dem Bett holt.
Es ist kein Ratgeber. Ich habe keine Methode gefunden, mit der das alles leichter wird. Ich habe nur einen Satz gefunden, der funktioniert hat, und der steht im Titel.
Leseprobe
Kapitel Eins
Das letzte Jahr war für mich mit Schicksalsschlägen belastet, die so schwer wiegen, dass sie kaum in Worte zu fassen sind. Innerhalb kürzester Zeit wurde mein Leben komplett entkernt. Zuerst starb mein Onkel Ende 2024. Dann folgte das Jahr 2025, das sich wie ein endloser Albtraum anfühlte: Im Abstand von nur ein bis zwei Monaten verstarben nacheinander mein Vater, meine Frau Sabrina und schließlich meine Oma.
Wie macht man weiter, wenn man fast alles verloren hat? Wenn das Haus, das man gemeinsam gebaut hat, leer ist und die Zukunftspläne zerbrochen sind? Ich habe darauf auch keine einfache Antwort gefunden, außer der einen: “Ein Schritt nach dem anderen”.
Wacken, Sommer 2024
Wir sind schon seit vielen Jahren jedes Jahr beim Wacken Open Air und so ist es auch 2024 wieder geplant gewesen. Dass es Einschränkungen haben wird, war mir soweit natürlich klar. Aber die Hoffnung war, dass es trotzdem einigermaßen klappt.
Beim W:O:A gehen wir eigentlich auch mehrmals duschen. Das sind Gemeinschaftsduschen nach Geschlechtern getrennt. Eigentlich war dies nie ein Problem für uns, jetzt war es aber eine große Herausforderung. Sabrina brauchte Hilfe, und wir konnten nun nicht gemeinsam in die Dusche gehen.
Ich habe insgesamt etwa drei Bands gesehen und den Rest nur teilweise im Livestream vor dem Wohnmobil.
Das ganze ging bis zum Freitag und da konnte ich dann nicht mehr überzeugen doch noch länger zu bleiben. Daher haben wir dann alles abgebaut und sind unter Tränen gefahren.
Nicht, weil ich Antworten hätte.
Warum ich das aufgeschrieben habe
Ich habe lange überlegt, ob so etwas überhaupt jemanden angeht. Geschrieben habe ich es am Ende vor allem für mich – weil das Aufschreiben hilft, das Chaos der letzten Jahre zu ordnen.
Geblieben ist die Hoffnung, dass es jemandem etwas bringt, der gerade an derselben Stelle steht. Demenz bei Menschen unter 40 ist selten, und man fühlt sich damit sehr allein. Wenn dieses Buch einem einzigen Angehörigen das Gefühl nimmt, der oder die Einzige zu sein, hat es seinen Zweck erfüllt.